Pressemitteilung Was in Berlin entschieden wird, muss vor Ort funktionieren

18. September 2026: Pressemitteilung Was in Berlin entschieden wird, muss vor Ort funktionieren
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Was in Berlin entschieden wird, muss vor Ort funktionieren

Bürgermeister Patrick Schmidt empfängt MdB Dr. Reinhard Brandl im Rathaus Wettstetten – Austausch zu Energy Sharing, Digitalisierung und Sportstättenförderung

Wettstetten. Was in Berlin entschieden wird, muss am Ende vor Ort funktionieren. Unter diesem Leitgedanken hat Erster Bürgermeister Patrick Schmidt beim Besuch des Bundestagsabgeordneten Dr. Reinhard Brandl im Rathaus Wettstetten drei zentrale Themen aus der kommunalen Praxis angesprochen: unbürokratisches Energy Sharing, eine leistungsfähige IT-Infrastruktur für den Staat und die Bundesförderung für die Wettstettener Mehrzweckhalle. Gemeinsam mit den beiden stellvertretenden Bürgermeistern Alexander Wenzl und Bettina Birki-Stark empfing Schmidt den Abgeordneten zum Arbeitsgespräch.

„Als Bürgermeister erleben wir unmittelbar, wo bundespolitische Entscheidungen funktionieren – und wo sie im Alltag unnötig kompliziert werden. Deshalb ist es wichtig, Erfahrungen und konkrete Anliegen aus der kommunalen Praxis direkt nach Berlin zu geben“, betonte Patrick Schmidt zum Auftakt.

Energy Sharing: Bürokratische Hürden für die regionale Energiewende abbauen

Seit dem 1. Juni 2026 ist Energy Sharing innerhalb eines Bilanzierungsgebiets rechtlich möglich. Bürgerinnen und Bürger können damit gemeinsam Strom aus erneuerbaren Energieanlagen erzeugen, nutzen und untereinander handeln. Obwohl der Rechtsrahmen steht, hakt es in der Praxis noch an komplexen Marktprozessen, Verträgen und Datenflüssen zwischen Anlagenbetreibern, Lieferanten und Netzbetreibern.

„Die Idee ist denkbar einfach: Wer selbst erneuerbaren Strom erzeugt, soll ihn auch anderen Menschen in der eigenen Region unkompliziert zur Verfügung stellen können. Das schafft regionale Wertschöpfung und stärkt die Beteiligung an der Energiewende“, so Schmidt.

Er fordert deshalb vom Bund und der Bundesnetzagentur eine Vereinfachung der Verfahren und wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen. Dabei gehe es ausdrücklich nicht um ein Gegeneinander von zentraler und dezentraler Energieversorgung: „Die großen Energieunternehmen leisten einen erheblichen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Aufgabe der Politik ist es aber, dafür zu sorgen, dass Marktmacht neue, dezentrale Modelle nicht strukturell ausbremst.“

Ein digitaler Staat braucht eine gemeinsame Grundlage

Auch bei der Verwaltungsausrichtung sieht Schmidt erhebliches Potenzial. Derzeit führen unterschiedliche Systeme und Zuständigkeiten auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene zu Mehrfachentwicklungen und Schnittstellenproblemen.

Mit dem „Deutschland-Stack“ arbeitet der Bund bereits an gemeinsamen digitalen Basiskomponenten. Schmidt fordert, diesen Ansatz konsequent zu vervollständigen: „Wir brauchen für wiederkehrende digitale Aufgaben des Staates einen gemeinsamen Grundbaukasten. Nicht jede Kommune muss das Rad neu erfinden. Wenn 80 Prozent der Standardanforderungen auf einer sicheren, kompatiblen Grundlage funktionieren, ist enorm viel gewonnen.“

Dafür brauche es auch klare Zuständigkeiten: „Es muss jemand das Zepter in der Hand haben, Standards setzen und Entscheidungen beschleunigen, damit gute Lösungen tatsächlich flächendeckend nachgenutzt werden.“ Der Nutzen liege direkt bei den Bürgerinnen und Bürgern – durch schnellere Verwaltungsleistungen und weniger Bürokratie.

Mehrzweckhalle: Wettstetten will sich erneut um Bundesförderung bewerben

Ein drittes Kernthema war die Sanierung und geplante Erweiterung der Mehrzweckhalle Wettstetten. Für Herbst 2026 ist ein weiterer Projektaufruf des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“ mit einem Volumen von 333 Millionen Euro vorgesehen. Wettstetten möchte sich erneut um diese Mittel bewerben.

In der ersten Förderrunde war der Andrang riesig: Den bereitstehenden Bundesmitteln standen über 3.600 Projektskizzen mit einem Fördervolumen von mehr als 7,5 Milliarden Euro gegenüber.

„Unsere Mehrzweckhalle ist das Herzstück für Sport, Vereine und das gesellschaftliche Leben in Wettstetten. Angesichts steigender Kosten sind die finanziellen Spielräume der Kommunen jedoch begrenzt“, erklärte Schmidt. „Wir werben dafür, die kommunale Sportinfrastruktur dauerhaft zu unterstützen, denn der Breitensport sichert den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Brandl signalisiert Unterstützung.

Bundestagsabgeordneter Dr. Reinhard Brandl unterstrich im Gespräch die Bedeutung des direkten Drahts in die Gemeinden:

„Die Kommunen sind die Ebene, auf der politische Entscheidungen ganz konkret bei den Menschen ankommen. Deshalb ist der Austausch mit den Bürgermeistern für mich besonders wertvoll. Die Hinweise aus Wettstetten nehme ich gerne mit nach Berlin – insbesondere dort, wo wir Rahmenbedingungen vereinfachen und bürokratische Hürden abbauen können.“

Bürgermeister Patrick Schmidt dankte Brandl für das offene Gespräch: „Wir erwarten nicht, dass Berlin jedes kommunale Problem löst. Aber wir erwarten, dass die Erfahrungen der Praxis berücksichtigt werden. Gute Bundespolitik zeigt sich am Ende daran, ob sie vor Ort funktioniert.“

 

 

Wettstetten, 18. September 2026

 

Fotos: Ritchie Herbert

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